Konjunktur: Aufschwung mit Nebenwirkungen

Die Exporte haben wieder kräftig zugelegt und werden auch 2018 die Importe weit übertreffen. In seiner Frühjahrsprognose geht das DIW jetzt von 2,4 statt 2,2 Prozent aus. Dank der stärkeren Binnenkonjunktur sank zwar der Leistungsbilanzüberschuss von 8,5 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) in 2015 auf 7,9 Prozent 2017. Trotzdem blieb der Konsum hinter den Exporten zurück. „Für die deutsche Volkswirtschaft ist der chronisch hohe Leistungsbilanzüberschuss eine sehr merkwürdige Form der Vermögensbildung„, zitiert das „Handelsblatt“ den Wirtschaftsweisen Peter Bofinger. Denn die Exportgewinne fließen nur in sehr geringem Maße nach Deutschland zurück. „Wir bauen hauptsächlich Geldvermögen im Ausland auf“, so Bofinger.

Fair handeln statt abschotten

Der amerikanische Präsident Trump will Zölle auf Stahl und Aluminium einführen. Er gibt vor, damit die heimische Stahlindustrie und ihre Beschäftigten zu schützen. Wirtschaftsexperten warnen davor, dass ein Rückzug hinter Zollschranken auch Beschäftigten langfristig mehr schadet als nützt.

Dennoch glauben Menschen – nicht nur in Amerika – lieber den Versprechen der Populisten. Globalisierung und Digitalisierung haben sie verunsichert. Um ihnen wieder Sicherheit zu geben, müssen die Staaten ihre Handelspolitik überdenken und nicht länger den Gewinnen der Unternehmen Vorrang einräumen vor dem Recht auf gute Arbeit und ein selbstbestimmtes Leben.

Produktiver mit Betriebsrat

Unternehmen mit Betriebsrat und Tarifbindung sind im Schnitt rund 25 Prozent produktiver als andere Firmen – und zwar in Ostdeutschland gleichermaßen wie in den alten Bundesländern.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung

Reform des Mutterschutzes

Schwangere und stillende Frauen unterliegen am Arbeits- und Ausbildungsplatz einem besonderen Schutz. Dafür sorgt das Mutterschutzgesetz (MuSchG). Seit dem 1. Januar 2018 gelten neue Regeln

Der Geltungsbereich wurde ausgeweitet. Das Gesetz gilt jetzt auch für Schülerinnen und Studentinnen. Was noch neu ist, zeigt die Infografik.

Quelle: IG Metall

Smartphone am Arbeitsplatz Teil 1

Smartphone im Büro oder der Werkhalle

Vorsicht mit dem Smartphone im Büro oder der Werkhalle: Viele Funktionen, die man privat ständig nutzt, sind am Arbeitsplatz nicht erlaubt. Manche können sogar zur Kündigung führen.

Wer wissen will, wie viel Ärger Smartphones am Arbeitsplatz auslösen, kann Till Bender  fragen. Bender ist Jurist beim DGB-Rechtsschutz. Er vertritt Gewerkschaftsmitglieder vor dem Arbeitsgericht. Dabei hat er es immer häufiger mit Fällen rund ums Smartphone zu tun. „Vielen Menschen fehlt die Sensibilität, wann, wie und wo man das Handy benutzen sollte“, sagt der Rechtsschutzexperte. Im schlimmsten Fall kann das zu fristlosen Kündigungen führen.

Wer muss was darlegen und beweisen?

Maria erscheint nicht zur Arbeit. Noch am selben Tag flattert dem Arbeitgeber eine ärztliche Bescheinigung auf den Tisch, nach der Maria arbeitsunfähig krank ist. Am nächsten Abend trifft er sie in einer Disco. Der Arbeitgeber verweigert die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Außerdem kündigt das Arbeitsverhältnis mit dem „Argument“‚ wer in die Disco geht, kann auch arbeiten. Muss Maria beweisen, dass sie krank ist? Oder liegt die Beweislast beim Arbeitgeber?

Mehr dazu Beim BR (Tel. 2362)

Was Betriebsräte bewirken

Betriebsräte tragen zu mehr Produktivität, höheren Löhnen und steigenden Renditen bei. Zudem können mitbestimmte Betriebe mit mehr ökologischen Investitionen und schrittweisen Innovationen, Weiterbildung und dualer Ausbildung sowie mit mehr familienfreundlichen Praktiken aufwarten.

Quelle: Hans-Böckler-Stiftung, Feb. 2018

Thyssenkrupp mit Tata

Sonderkonditionen für Niederlande könnten Stahlfusion gefährden. Beim geplanten Bündnis von Thyssenkrupp mit Tata sind neue Zweifel aufgetaucht, meldet das „Handelsblatt“. Informationen zufolge soll das lukrative Werk in den Niederlanden seine Gewinne nicht in das Joint Venture einbringen, sondern weiter selbst darüber verfügen können. Sollte sich das bewahrheiten, wäre das für die IG Metall nicht akzeptabel.

Laut Zeitungsberichten wollen beide Unternehmen die Fusion noch im Sommer 2018 vollziehen.

Entgeltgerechtigkeit: Wie viel ist welche Arbeit wert?

Gehälter sagen etwas aus über Wertschätzung und über Geringschätzung. In Deutschland verdienen Hundefriseure mehr als Pflegehelfer. Die untere Mittelschicht kommt im Schnitt nur auf 1700 Euro im Monat. Welche Maßstäbe sind für die Beurteilung von „Lohngerechtigkeit“ eigentlich angebracht, fragt die „tageszeitung“ und zeigt Beispiele, wie viel in welchen Berufen verdient wird.

Erster Mai

Am 1. Mai für »Solidarität – Vielfalt – Gerechtigkeit«

Maiplakat 1956

Am 1. Mai demonstrieren die DGB-Gewerkschaften für soziale Gerechtigkeit und gegen Spaltung. Von der neuen Regierung fordern sie dazu unter anderem die Stärkung von Tarifbindung und Mitbestimmung.

»Solidarität – Vielfalt – Gerechtigkeit«. Unter diesem Motto ruft in diesem Jahr der DGB die Mitglieder der Gewerkschaften zum 1. Mai auf.

Die Gewerkschaften fordern von der neuen Großen Koalition, dass sie die politischen Weichen in die richtige Richtung stellt: Solidarität statt Spaltung, so wie es im Koalitionsvertrag vereinbart ist. Und mehr soziale Gerechtigkeit.

Das bedeutet: Unsichere, prekäre Arbeit und Niedriglöhne müssen eingedämmt, Tarifbindung und Mitbestimmung gesetzlich gestärkt werden. Die Transformation der Wirtschaft und die Digitalisierung dürfen nicht zulasten der Beschäftigten gehen.

Arbeit soll besser mit Familie und Pflege vereinbar sein. Und Frauen dürfen nicht länger benachteiligt werden. Dazu fordern die Gewerkschaften Arbeitszeiten, die zum Leben passen, mit mehr Selbstbestimmung für die Beschäftigten – was die IG Metall ja bereits in der Metall-Tarifrunde zum gesellschaftlichen Thema gemacht hat.

Zudem soll das Steuersys­tem gerechter werden und die Handlungsfähigkeit des Sozialstaats sichern, für Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, Bildung und bezahlbare Wohnungen.

Solidarität und Vielfalt heißt auch: Rechtspopulisten dürfen nicht länger einen Keil in die Gesellschaft treiben.

Die Geschichte zum 1. Mai.